Montag, 26. Juni 2017

Impuls für deine Woche

Werkstatt Lucas Cranachs des Älteren, 1529)
Am 10. November 1483, wurde in Eisleben Martin Luther geboren. Er war von seinem Vater eigentlich für die Juristenlaufbahn vorgesehen. Nachdem er als Student in einem Gewitter knapp einem Blitzschlag entgangen war, trat er als Mönch in ein Kloster ein. Dort studierte er Theologie und hatte in Wittenberg ab 1512 bis zu seinem Tod einen Lehrstuhl inne.

Schon im Kloster trieb ihn die Frage um, wie er einen gnädigen Gott und Heilsgewissheit bekommen könne. Im Zuge seiner Römerbriefstudien kam er nach langem Ringen zu der Erkenntnis, dass Gerechtigkeit vor Gott nur dem Glaubenden geschenkt wird und nicht von eigenen Werken abhängt. Daraus leitete er das dreifache »Allein« ab: allein die Heilige Schrift, allein durch Gnade, allein durch den Glauben. Nur so bekommt der Mensch Heil und Gerechtigkeit vor Gott geschenkt. Dies ist bis heute die Grundlage bibeltreuer evangelischer Theologie. Damit stellte er sich gegen alle Werkgerechtigkeit. Manche seiner Lehren und Äußerungen werden heute von vielen Christen kritisch gesehen, wie seine Tauf- und Abendmahlslehre. Leider musste er auch erleben, dass seine rein geistlichen Thesen in den folgenden Jahren politisch für Machtfragen missbraucht wurden. Luther starb 1546 in seiner Geburtsstadt, als er, schon schwer krank, zwischen zwei weltlichen Herren Frieden stiften wollte.

Für heute wichtig bleibt seine Erkenntnis, dass Gott uns allein in seinem Wort in Jesus Christus begegnet, dass er uns durch ihn in freier Gnadenwahl das Heil im Glauben schenkt und wir uns vor Gott nichts durch unsere Bemühungen verdienen können. Seine Frage nach dem gnädigen Gott ist und bleibt die entscheidende Lebensfrage für jeden Menschen.

Donnerstag, 22. Juni 2017

Thema des Monats: Streit in der Familie

Vielleicht kennst du das auch, Zuhause gibt's mal wieder richtig Zoff und du hast dich mit deinen Eltern so richtig in den Haaren. Es knallen Türen und es fliegen die Fetzen. Und auch noch Tage danach ist die Luft zu Hause immer noch explosiv.
Im Juni soll es beim Thema des Monats genau um dies gehen: Streit in der Famile.

Unsere BHR-Autorin Nici hat sich da mal ein paar Gedanken dazu gemacht.


Streit kam auch in meiner Familie, zwischen meinen Eltern oder auch unter uns Geschwistern vor. Sei es eine kleine Zankerei um das Lieblingsspielzeug, den Game Boy oder später den Computer, irgendwas war immer.
Unter meinen Eltern kam es auch zum Streit. Da wurde schnell aus einer Kleinigkeit ein Drama und man wusste selbst danach nicht mehr warum man angefangen hatte.
Auch im Freundeskreis konnte man sowas beobachten. Dabei ist keine Familie perfekt. Egal ob christliches Elternhaus oder, wie bei mir, wo der Glaube nie eine Rolle spielte. Ich selber habe erst mit 14 richtig zum Glauben an Gott gefunden. Darüber wurde auch gestritten. Muss das wirklich sein? Taufe? Niemals! Und dann der Satz:"Wenn du 18 bist kannst du machen was du willst, aber jetzt machst du Jugendweihe."
Ein Streit, der für mich damals schlimm war. Aber gleichzeitig wollte ich meine Eltern nicht verletzen. Somit gab es dann zum 18. Geburtstag, der auf einen Sonntag fiel, die Taufe. Zwar ohne meine Eltern, was wieder zum Streit führte, aber dafür mit meiner zweiten Familie, der Gemeinde.
Ich glaube, in jeder Familie gibt es Streit. Und grad zwischen Eltern und Kindern gibt es immer Streit oder Diskussionen. Das gibt sich aber. Das habe ich selber gemerkt als ich mit 25 von Zuhause ausgezogen bin.
Jeder Streit ist für mich eine Verschwendung von der kostbaren Zeit, die Gott uns auf dieser Erde gibt. Ich kann auch keinen Streit ertragen. Am liebsten würde ich mich da immer ins Bett unter die Decke verziehen. Auch jetzt noch, mit 27.

In der Bibel, im 1.Petrus Kapitel 3, die Verse 9 und 10 steht:

"Vergeltet nicht Böses mit Bösem oder Scheltwort mit Scheltwort, sondern segnet vielmehr, weil ihr dazu berufen seid, auf dass ihr Segen erbt.
Denn »wer das Leben lieben und gute Tage sehen will, der hüte seine Zunge, dass sie nichts Böses rede, und seine Lippen, dass sie nicht betrügen."

Vergelte nicht Böses mit Bösem, lasse dich nicht auf einen Streit ein. Halte ein, atme durch und versuche ruhig und gelassen auf ein böses oder kritisches Wort zu reagieren. Ich kann hier gut schreiben, denkst du dir? Ich weiß selber, dass es nicht immer einfach ist. Und wer mich kennt, der weiß, dass ich auch ab und an aus der Haut fahre. Ich bin nun mal ein impulsiver Mensch. Aber ich habe an mir gearbeitet und tue das auch immer noch. Doch wie ich sagte, keiner ist perfekt. Und Streit passiert. Wichtig ist, wie man damit umgeht. Denn "wer das Leben lieben und gute Tage sehen will, der hüte seine Zunge, dass sie nichts Böses rede, und seine Lippen, dass sie nicht betrügen." 
Eine Entschuldigung und ein klärendes Gespräch nach einem Streit können sehr viel wert sein.

Also denkt dran "Segnet vielmehr, weil ihr dazu berufen seid, auf dass ihr Segen erbt."

Dienstag, 20. Juni 2017

Musikvideo: LZ7 - Elevator & Two Left Feet

via
Wer auf Partymusik steht, der kommt an LZ7 definitiv nicht vorbei.
Wie am laufenden Band haut die Band aus Manchester ein Musikvideo nach dem anderen heraus mit Songs des aktuellen Albums "Home".

Die Musikvideos sind zwar eigentlich nur Lyric-Videos, aber nicht im herkömmlichen PowerPoint Stil mit stilischem Hintergrund und Text. Nein, diese Lyric-Videos haben bewegte Bilder, die sogar noch eine Geschichte erzählen und definitiv nach MEHR schreien!

Wir haben heute für euch gleich 2 dieser Videos, die wir euch unbedingt zeigen müssen.

Den Anfang macht das Video zu "Elevator".
Es beginnt ganz unspektakulär mit einer Wohnviertelszene, sorgt dann aber noch für Überraschungen.
Lindz läuft durch die Straßen und betritt dann ein Haus. Als er in den Fahrstuhl (engl. "Elevator") einsteigt, dann die Überraschung. Es wird bunt und wild. Eine Party mit Farbpulver und flüssiger Farbe im Fahrstuhl.
Textlich wird eine gewisse Sehnsucht nach dem Göttlichen, Übernatürlichen deutlich. So singt er gleich zu Beginn "I got to get back to where I belong... so much more than destiny... I'm so alive, you're the air I breathe".
In unserem Glaubensleben gibt es immer wieder Hochs und Tiefs, Momente in den man meint, Gott sei unendlich weit weg, aber auch Zeiten, wo man Feuer und Flamme ist und am liebsten Berge versetzen möchte.
Im Song wird nicht nur gesungen, gegen Ende des Songs gibt es auch einen Rap-Part von Lindz. Dieser Part wird im Musikvideo mit Liveszenen hinterlegt.
"Elevator" ist nicht nur ein absolut tanzbarer Clubsound, sondern auch definitiv radiotauglich. Mit dem Song zeigen LZ7, dass sie mit der Zeit gehen. Der Sound macht Bock zu tanzen - und das Musikvideo erst recht!

LZ7 - Elevator



Dass LZ7 aber nicht nur dem Mainstream folgen und das machen, was gerade trendy ist, sondern auch ihren eigenen Stil haben, zeigt der Song "Two Left Feet", zu dem es auch ein Musikvideo gibt.
Der Sound dieses Songs geht nämlich in eine völlig andere Richtung und vereint Electro und Dance mit einem kleinen Hauch von Country und Folk.
Wenn du bei "Elevator" dachtest, dass du so eh nie tanzen kannst, weil du 2 linke Füße hast, dann ist der Song genau das Richtige für dich! Auch mit 2 linken Füßen kannst du "shufflen".
Aber es müssen nicht immer 2 linke Füße sein, die uns bei manchen Dingen im Weg stehen. Jeder hat so sein eigenes Manko. Manch einer würde vielleicht gerne singen, kann es aber aus welchen Gründen auch immer nicht. Ein Anderer wäre gerne sportlicher und ein Dritter würde gerne Bilder malen, aber die sehen am Ende nicht so aus wie sie es sollten. Und der Nächste hat vielleicht 2 linke Hände. Manchmal sagen uns andere Menschen, dass wir bestimmte Dinge nicht können und es lieber bleiben lassen sollten. Aber manchmal brauchen Dinge auch Zeit und Übung. Nur weil jemand sagte, dass du es nicht kannst, musst es noch lange nicht so sein. Wenn du etwas gerne machst, dann bleib dran - dazu will der Song ermutigen. Auch wenn manche Moves vielleicht komisch aussehen, kannst du daraus vielleicht sogar etwas neues kreieren und andere mitreißen. Auf geht's! Tanz auf den Tischen, auch wenn es komisch aussieht, aber mach es mit Freude. Hab Spaß dran und probier dich aus! Der Song macht auf jeden Fall Lust dazu.
Ein kleines Gastspiel in diesem Song hat übrigens Soul Glow Activatur von Family Force 5.

LZ7 - Two Left Feet



Das aktuelle Album "Home" bekommst du z.B. bei SCM Hänssler für 14,95 €.

Montag, 19. Juni 2017

Impuls für deine Woche

via Gottes-wort.de
Neue Woche, neues Glück - auf dass dein Montag bisher gut läuft! Montage sind ja unter den
Wochentagen nicht sonderlich beliebt, was eigentlich sehr schade ist. Immerhin bietet er dir eine neue Chance, frisch ans Werk zu gehen, neue Dinge zu schaffen und ein hoffentlich erfülltes leben zu leben. Wie dankbar sollten wir eigentlich jeden Morgen aufs neue sein, dass wir gesund aufwachen dürfen anstatt uns zu beschweren dass wir früh aufstehen und in die Schule oder zur Arbeit müssen.
Wir nehmen das sehr oft als selbstverständlich hin, obwohl es einfach ein riesiges Geschenk ist. Überhaupt nehmen wir so vieles als selbstverständlich und vergessen dabei, wie privilegiert wir eigentlich sind. Leider gehört auch die Anwesenheit Gottes dazu. Zwischen all den medizinischen Errungenschaften und wissenschaftlichen Erkenntnissen unserer schnellen Zeit ertappe ich mich oft dabei, dass Gott gar keine richtige aktive Rolle in meinem Leben hat - Stille Zeit, die Losungen, Lobpreis und Gottesdienst - alles super Sachen, aber wie oft finde ich mich in der Mitte der Woche wieder und merke, dass ich eigentlich schon lang nicht mehr einfach so mit Gott gesprochen habe? Ich muss zugeben: in letzter Zeit viel zu oft. Glauben ist irgendwie zur Selbstverständlichkeit geworden. Ich will nicht, dass das so bleibt, denn ein selbstverständlicher Glaube ist ein müder, "fauler" Glaube. Ich möchte Gott immer wieder neu entdecken, und mich von seinem Heiligen Geist neu inspirieren lassen. ich möchte dankbarer werden für die "Selbstverständlichkeiten" in meinem Leben: Aufwachen, fließend Wasser, Elektrizität, günstige Medizinische Versorgung, Bildung, all das. Ich will mehr und öfter in der Bibel lesen als nur die Verse in der Losung oder der Bibellese. Ich will mir selbst ein Bild machen von Jesus und Gott, mir selbst das Wissen aneignen was ich über den Hernn in der Bibel finde. Ich möchte mich nicht nur auf anderer Menschen Worte verlassen, sondern selbst einen festen Glauben haben, hinter dem ich überzeugt stehen kann. In diesem Glauben möchte ich aufblühen. Darum bete ich diese Woche.
Stehst du vielleicht an einer ähnlichen Stelle wie ich? Dann lade ich dich ein, es mir gleich zu tun.
Wenn du Gott zurzeit sehr nahe stehst, freue ich mich riesig für dich. Behalt es dir bei, bete, lies in der Bibel, finde auch mal Stille.
Wenn du Gott noch gar nicht kennst und zufällig hier bist: Die Bibel ist ein ziemlich interessantes Buch. Vielleicht kommst du ja dazu, mal hinein zu schauen. Dazu lade ich dich herzlich ein.

Egal an welcher Stelle du stehst - mach das beste daraus und habe eine gesegnete Woche.

Dienstag, 13. Juni 2017

Buch: Martin Dreyer - Martin Reloaded - Luthers Schriften für alle

via
Im Lutherjahr dreht sich natürlich alles um martin Luther, den Mann, der vor 500 Jahren die Kirche reformierte.

Aber was tat er eigentlich damals? Und wie und vor allem womit reformierte er die Kirche.
Zu Luthers Zeiten hatte die katholische Kirche viel Macht, die auch missbraucht wurde. Das widerstrebte Luther und er wollte den Menschen die Augen öffnen. Vor allem der Ablasshandel, das Freikaufen von Sünden, war ihm ein Dorn im Auge. Und so schlug er vor 500 Jahren seine 95 Thesen an die Schlosskirche in Wittenberg. Dass das für Luther nicht ohne Folgen blieb, war klar und so floh er.
Aber seine Mühen führten zu einem Umdenken.

Luther schrieb allerdings nicht nur die 95 Thesen zum Thema Ablass, sondern auch noch viele andere Dinge, die für die evangelisch-lutherische Kirche noch heute von Bedeutung sind.

Und da 500 Jahre alte Schriften nach einer Unmenge Staub klingen, hat es sich Martin Dreyer, der auch die Volxbibel geschrieben hat, zur Aufgabe gemacht, diese Schriften in ein modernes und leicht verständliches Deutsch zu übersetzen. So erscheinen nicht nur die 95 Thesen in neuem Gewand, sondern auch der klene Katechismus.

Das Buch "Martin Reloaded - Luthers Schriften für alle" beinhaltet aber auch noch Luthers Schriften zum Thema Ehe, Gottesdienstordnungen und seine Einstellung zur Kirche.
Aufgelockert wird das Ganze mit den geistlichen Liedern (darunter beispielsweise "Eine feste Burg ist unser Gott") und Luthers Tischreden.

Ein Buch, das ganz neue Sichtweise auf diese fundamentalen Kirchenschriften und vor allem neuen neuen Zugang zu diesen bietet.
Wie vielleicht auch bei der Volxbibel sind diese Schriften teilweise etwas sehr spitz und vielleicht auch ein bisschen zu locker und jargonmäßig formuliert. Es ersetzt keineswegs die Originalschriften Luthers und ist vielmehr als Ergänzung zu sehen.

Erschienen ist das Buch bei SCM R.Brockhaus für 14,95 €.

Montag, 12. Juni 2017

Impuls für deine Woche


Wenn sich alles um die Liebe dreht, woran erkennen wir Liebe?
Wie können wir in dieser Woche Liebe zu unseren Mitmenschen zeigen? Zu unseren Nachbarn, unseren Mitschülern, unseren Eltern, unseren Freunden?
Vielleicht findet ihr in dieser Woche Möglichkeiten, euren Mitmenschen eure Liebe zu zeigen.

Euch eine gesegnete Woche!


Freitag, 9. Juni 2017

36. Deutscher Evangelischer Kirchentag 2017

via 
Alle zwei Jahre ist es an der Zeit: in irgendeiner Stadt in Deutschland findet der Deutsche Evangelische Kirchentag statt. Nach Stuttgart vor 2 Jahren wurde das Zepter für die diesjährige Veranstaltung an die Bundeshauptstadt Berlin weitergereicht, wo sich vom 24.-28. Mai über 100.000 Christen versammelten um gemeinsam zu feiern.
Denn dieses Jahr stand der Kirchentag nicht nur unter der Losung "du siehst mich" aus 1. Mose 16,13, sondern auch ganz im Zeichen des 500. Reformationsjubiläums.

Am 24. Mai ging es also los, Quartiere überall in Berlin wurden bezogen, im Anschluss machten sich die meisten direkt wieder auf den Weg, um Abends in der Stadt gemeinsam Gottesdienst zu feiern. Gleich drei große Eröffnungsgottesdienste wurden angeboten: Einer am Brandenburger Tor, einer nebenan am Reichstagsgebäude und einer am Gendarmenmarkt. Jeder war für eine andere Zielgruppe ausgelegt, sodass für jeden Geschmack etwas dabei war. Neu waren beim Einlass auf das Gelände die Gepäckkontrollen, die aber im Großen und Ganzen zügig abliefen und zur allgemeinen Sicherheit beigetragen haben. In Gemeinschaft mit vielen anderen Christen wurde so der Kirchentag feierlich eröffnet. Am Reichstagsgebäude wurde die kulturelle Gestaltung vom Kirchentagsposaunenchor übernommen, und zur Einstimmung auf die Stadt und den Kirchentag wurden große Kugeln mit unterschiedlichen Bildern bedruckt oder mit Spiegelflächen verkleidet durch die Menschenmenge getragen, Dazu wurde jeweils eine kurze Erklärung geliefert, von jungen Menschen aus den unterschiedlichsten Kulturen - denn der Kirchentag sollte auch ein Ort der Begegnung sein.
Mehr Bilder auf Time Passed By Photography
Im Anschluss an die Gottesdienste ging es weiter mit dem Abend der Begegnung, wo sich nicht nur die Gemeinden aus der Umgebung vorstellten, sondern man sich auch international einen Überblick über Gemeindearbeit verschaffen konnte. Mit vielen kulinarischen Spezialitäten, Musik und natürlich den heiß begehrten Sammelkarten mit unterschiedlichen Smileys darauf verging die Zeit wie im Flug.
Der Eröffnungstag wurde schließlich mit dem Abendsegen abgeschlossen, und obwohl es ziemlich windig war, kam am Ende ein wunderschönes Lichtermeer zustande.

Mit den vielen Eindrücken des ersten Abends starteten die Besucher in den ersten vollen Programmtag. Der größte Zuschauermagnet war dabei wohl das Gespräch von Barack Obama und Frau Merkel, die vor dem Brandenburger Tor zum Thema Demokratie diskutiert haben. Wer keine Lust auf so viele Menschen hatte, konnte sich an anderer Stelle in einer der vielen Bibelarbeiten mit dem Tagestext befassen und sich über den Tag hinweg Vorträge, Podiumsdiskussionen und Performances anschauen. Egal ob Konzert oder Theaterstück, für jung und alt gab es in der Stadt verteilt die unterschiedlichsten Angebote. Wie seit etlichen Jahren üblich, gab es verschiedene Zentren, die sich jeweils einem Thema gewidmet hatten. Das Zentrum Jugend erfreute sich natürlich großer Beliebtheit bei den jungen Leuten, dort gab es viele Konzerte, Geländespiele, Aktionen und interaktive Mitmach- Stände. Im Zentrum Kinder war auch für die jüngsten Besucher ein buntes Programm geboten, das nicht nur Spaß, sondern auch Botschaft mit sich brachte. In der Messe konnte man sich an den vielfältigen Ständen auf dem Markt der Möglichkeiten über jedes Thema, egal ob politisch, kirchlich oder sozial, informieren. Viele Organisationen und Einrichtungen nutzten die Chance, um neue Interessenten zu finden. Auch hier gab es coole Mitmach Aktionen, Lesungen und Vorträge, bei denen mitunter auch Prominente aus Politik und Showbusiness auftraten. Außerdem waren in der Messe weitere Zentren angesiedelt, die sich zum Beispiel mit dem älter werden oder körperlichen Einschränkungen beschäftigten. Der Abend war geprägt von Konzerten (Highlight: die Wise Guys) und anderen Großveranstaltungen, aber auch hier gab es wieder ruhigere Alternativen für alle, die sich nach etwas Besinnung sehnten.
Außerdem waren am Donnerstag die "Kirchentage auf dem Weg" gestartet, die in Leipzig, Erfurt, Magdeburg, Halle/Eisleben, Dessau-Roßlau und Jena/Weimar ein buntes Programm für die boten, die nicht nach Berlin kommen konnten. Eine schöne Idee zum Reformationsjubiläum, auch wenn die Besucherzahlen geringer ausfielen als erwartet.
Ähnlich gestaltete sich der Freitag: in ganz Berlin verstreut sah man die orangenen Kirchentagsschals, und in den öffentlichen Verkehrsmitteln kam man so auch mit dem ein oder anderen Einheimischen ins Gespräch. Mit einem Programm, das auch ein ganzes Jahr hätte füllen können, konnte sich jeder Teilnehmer genau nach seinem Geschmack heraussuchen, was er Tag für Tag besuchen wollte und es blieb ganz nebenbei Zeit um die Bundeshauptstadt etwas besser kennen zu lernen.
Am Samstag, dem letzten vollen Tag in Berlin, konnte man den ersten schon den Schlafmangel ansehen, aber das hinderte niemanden daran, Bibelarbeiten zu suchen, ein letztes Mal auf dem Markt der Möglichkeiten vorbeizuschauen oder Vorträge zu besuchen. Vielleicht nutzte man auch die Chance, sich einmal eine Rockandacht oder ähnliches anzuschauen, und hat neue Facetten von Kirche und Gottesdienst kennen gelernt. Am Abend stand der große Abschlussgottesdienst in Berlin am Brandenburger Tor an, jedoch gab es auch hier wieder viele kleiner Abschlussveranstaltungen.
Am Sonntag fand der traditionelle Festgottesdienst statt, jedoch nicht in Berlin, sondern in der Lutherstadt Wittenberg. Auch hier hatten die ganze Woche über schon Veranstaltungen stattgefunden, und viele Besucher waren sogar schon am Samstag nach Wittenberg gereist, um auf den Elbwiesen bei bestem Wetter unterm Sternenhimmel zu übernachten. So fand der Kirchentag seinen gebührenden Abschluss in der Stadt, wo Luther die Reformation ins Rollen brachte.

Abschließend kann man festhalten, dass der Kirchentag in Berlin eine erfolgreiche Veranstaltung war. Kritik bleibt natürlich nicht aus, besonders am zunehmend politischen Charakter der Veranstaltung. Nichtsdestotrotz war es ein tolles Erlebnis, mit anderen Christen zusammen zu kommen und in Gemeinschaft Jesus Christus zu feiern. Erfrischt gehen wir zurück in den Alltag und freuen uns darauf, in zwei Jahren in Dortmund wieder dabei zu sein.