Samstag, 23. November 2013

Music Without Limits 2013

Der neue Name für das Rock Without Limits hat sich zwar noch nicht ganz etabliert, außerdem fand es am 16. November 2013
dieses Jahr in einer neuen Location statt, aber trotzdem hat es gerockt: Das  Music Without Limits Festival !
Das Spektakel fand diesmal nicht in Balingen, sondern in der Carl Benz Arena in der Baden- Württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart statt. Mit dabei waren eine Vielzahl unterschiedlichster nationaler und internationaler Bands jeder Musikrichtung, die schon vom frühen Samstag Nachmittag an die 3 Bühnen rocken sollten.

Der Einlass begann pünktlich um 14.00 Uhr und ging zunächst eher schleppend voran. Im Laufe des Nachmittags sollte sich das aber ändern und schon zu Beginn der ersten Konzerte um 14.30 Uhr waren die Hallen der Main- und Alternastage gut gefüllt. 

Zur besagten Zeit begannen Piece Of Heaven auf der Mainstage und eröffneten somit das Festival. Die Zuschauer schienen noch etwas unmotiviert zu sein und brauchten eine Weile, bis sie sich vom Rock der 5 jungen Herren richtig mitreißen ließen. Zudem spielte die Band nicht in ihrer Original- Besetzung, sondern wurde am Bass von Jonas, der für gewöhnlich Bassist bei Infinite Faith ist, unterstützt. Dennoch verlief die Show super und man sah den Jungs an, dass sie viel Spaß auf der Bühne hatten. Ein gelungener Start auf der Mainstage.

Zeitgleich zu Piece Of Heaven war es auf der Alternastage an Scratched By Thorns, das Publikum aufzuwärmen. Die junge Band hatte sich beim Voting um die Wildcard durchgesetzt und freute sich deshalb besonders, auf dem Festival spielen zu dürfen (zumal es im Vorjahr beim Bandcontest nicht ganz gereicht hatte). Anders als auf der Hauptbühne sprang hier der Funke direkt aufs Publikum über und vom ersten Lied an war die Stimmung optimal. Das Oh, Sleeper Cover von "Family Ruin", das sie als einen der ersten Songs spielten, überzeugte endgültig alle. Als kreative Einlage hatten die Jungs außerdem streng limitierte SbT- Zipfelmützen dabei - eine der fünf war im Publikum gelandet, die anderen vier konnte man nach der Show am Merch der Band erwerben.
Somit wurde auch die Alternastage eröffnet - mit Alternative Rock/ Hardcore vom feinsten!

Eine halbe Stunde später als auf den großen Bühnen ging es auf der Unplugged- Bühne mit Lifetape los. Sänger Johannes hatte sich leider eine Erkältung eingefangen und war deshalb nicht perfekt bei Stimme, zog den (Nicht-Ganz-Unplugged-) Auftritt aber trotzdem durch. Die Stimmung auf der kleinsten der drei Bühnen war zwar noch etwas verhalten, dennoch waren nickende Köpfe und wippende Füße weithin sichtbar. Mit Pop/ Rock wurde die Unplugged Stage eröffnet - wenn auch nicht so akustisch, wie der Name es vermuten ließe (;

Zwischen den einzelnen Acts auf den unterschiedlichen Bühnen konnten sich die Besucher des Festivals natürlich die Zeit vertreiben: Das Balinger Rockfestival hatte sich eine "affengeile" Werbestrategie überlegt, die altbekannte Fotowand mitgebracht und vermutlich genau für diesen Abend einige Gorillas aus dem Stuttgarter Zoo geborgt - diese zogen in BRF- Tshirts von einer Bühne zur nächsten und rührten ordentlich die Werbetrommel.
Auch die Merchstände der Band waren gut besucht und für das leibliche Wohl war wie jedes Jahr ausreichend gesorgt.

Auf der Mainstage ging es um 15.10 Uhr schon weiter mit dem nächsten Newcomer: Staryend! Mit dem Trommel- Intro begeisterten sie vom ersten Ton an und rissen die Zuschauer mit ihren eingängigen Texten und Melodien mit. Der Gastauftritt von Good Weather Forecast- Sänger Flo bei "Heartbeat" verstand sich beinahe von selbst, da die junge Band den Song schon gemeinsam mit ihm produziert hatte. Die jungen Schwaben rockten die große Bühne, als hätten sie nie etwas anderes getan und heizten den Zuschauern ein.

Auch auf der Alterna ging es kein bisschen leise weiter: Emily Still Reminds rockten die Bühne. Viele fanden den Auftritt der Herrenberger viel zu früh angesiedelt, doch das hielt sie keinesfalls vom Rocken ab. Songs wie "There Is Hope" und "One Human Race" begeisterten restlos. Da die Band zurzeit mit Sacrety auf Voices Of Tomorrow Tour ist, ließ es sich Fabi von Sacrety natürlich nicht nehmen, bei einem der Songs mit auf die Bühne zu kommen und ordentlich Stimmung zu machen. Den Tourstop auf dem MWL kann die Herrenberger Hardcore- Band zweifelsohne als einen weiteren Erfolg in mehr als 200 Konzerten verbuchen!

Inzwischen ging es auch auf der Mainstage weiter: My Little Rockstar Dream waren für Kingsdown eingesprungen und konnten nun gewissermaßen ihren "Heimvorteil" nutzen und die Massen mitreißen. Die Halle der Mainstage war inzwischen gut gefüllt und bot somit beste Vorraussetzungen für eine astreine Show der Stuttgarter Band. Das Intro, die Titelmelodie von "Kevin Allein Zuhaus" brachte die Masse schon das erste Mal zum Jubeln bevor MLRD überhaupt richtig begonnen hatte, spätestens beim Feature von Nick, dem Sänger von AAMS, bei "Memories" war das Publikum hin und weg, sprang, sang und zeigte, was abgehen bedeutet.

Während die Shows auf der Alterna- und der Mainstage in den letzten Zügen waren, wurde die Unplugged-Stage von Lea & The Brownies in Beschlag genommen. Lea, die Sängerin, berührte mit ihrer wundervollen Stimme, "The Brownies" waren in diesem Fall der Bassist und ein Synthesizer, mit dem die junge Frau ihre Songs zusätzlich aufpeppte, ohne übertrieben oder aufgesetzt zu wirken. Die Stimmung war, da dieser Auftritt ja wirklich eher unplugged war, eher ruhig und perfekt für eine kleine Ruhepause zwischen den vielen lauten Acts. Trotzdem kann man den Auftritt keineswegs als langweilig bezeichnen!
Generell etablierte sich auf der Unplugged- Bühne über den Abend eine besinnliche, beinahe andächtige Atmosphäre, die den großen Rummel der Welt einfach mal für einige Zeit aussperrte - eine wunderbare Erfahrung, wenn man mal etwas Ruhe brauchte.

Während es auf der Unplugged Bühne eher bedächtig zuging, wurde die Mainstage nun von einem eher ungewöhnlichen Act in Beschlag genommen: ein christliches DJ Team sollte die Masse zum Tanzen bringen. Viele standen den Transform DJ's sicherlich anfangs recht skeptisch gegenüber, ob sie angenommen werden würden - aber Christen können nicht nur in der Rockmusik feiern! Erstaunlich viele Menschen versammelten sich um 16.30 Uhr vor der Hauptbühne, und schon als die ersten Beats ertönten war klar: Hier weiß jemand was er tut. Die zwei DJs wussten die Masse zu motivieren, brachten sie zum Springen, Tanzen und Feiern. Der Mut des Veranstalters, diesen Act als totales Kontrastprogramm einzuladen, wurde belohnt, denn die DJs heizten dem Publikum mindestens genauso ein wie die Rockbands dieses Abends. Einer der beiden nahm kurzerhand ein Bad in der Menge und schwenkte eine riesige Fahne mit der Aufschrift "Life" - ein Aufruf zum Leben. Mit diesem Auftritt wurde auch eine Sparte bedient, die sonst in der christlichen Musikszene eher eine untergeordnete Rolle zu spielen scheint. Dass gute Electromusik auch mit einer tollen Botschaft verbunden sein kann, bewiesen die Amerikaner eindrucksvoll.

Wer mit Electro/ House absolut nichts anfangen kann (oder einfach boykottiert - schade drum, es war echt gut!) konnte sich auf der Alternastage My Endless Wishes anschauen. Die Schweden kamen mit Melodic Hardcore um die Ecke, der durch die starke Stimme der Frau leicht an Nightwish erinnerte. Im rappelvollen Fantreff im Mercedes Benz Stadion machten sie gut Stimmung, brachten die Masse zum Headbangen und Pogen und werden sich sicherlich in das Gedächtnis der MWL- Besucher eingebrannt haben.

Auf der Unplugged- Stage ging es nun weiter mit Adam Cappa. Der Singer Songwriter bezauberte die Zuschauer mit seiner unglaublich weichen Stimme, den tiefgründigen Texten und einfach seiner gesamten Ausstrahlung. Vom ersten Song an hatte er alle auf seiner Seite, animierte das gebannte Publikum zum Klatschen, mitsingen und schürte vor allem die Vorfreude auf den späteren Abend, wo er gemeinsam mit Jeremy Camp auf der Bühne stehen sollte - mit einer Band, nicht nur mit seiner Akustikgitarre. Die einmalige Stimmung die während dieser (viel zu kurzen) halben Stunde herrschte, ist eigentlich unbeschreiblich gewesen. An solchen Momenten merkt man, dass Musik mehr als nur einfach aneinandergereihte Töne und Textzeilen ist.

Zeitgleich zu Adam Cappa unplugged wurde die Mainstage von Nine Lashes gerockt - allerdings alles andere als akustisch. Mit Songs ihrer letzten Alben "World We View" und "Escape" rockten sie die seit dem letzten Jahr stark angewachsene Fangemeinde. "Believe your Eyes" und "The Intervention" gingen wie zu erwarten gut los, doch vor allem der neue Song "Break The World" wusste zu begeistern. Das Drumsolo, das Schlagzeuger Noah mit verbundenen (!) Augen spielte, setzte der Show die Krone auf. Natürlich durfte auch ein Crowd- Pic nicht fehlen und somit hatten die Band und das Publikum wieder einmalige Erinnerungen an einen tollen Auftritt in Europa.

Auf der Alternastage wurde es unterdessen noch einen Ticken lauter: Aliens Ate My Setlist stürmten die Bühne! Gleich zu beginn spielten sie ihre beiden neuen Songs "Silver Sea Of Lights" und "Welcome To War". Vom ersten Breakdown an war die Masse im rappelvollen Fantreff nicht mehr zu halten und Pogen und Moshen standen hoch im Kurs. Die Songs der letzten EP, wie zum Beispiel "The Difference Between KO and OK", durften natürlich auch nicht fehlen und so legten AAMS mit ihrem Post Hardcore eine astreine Performance hin.

Auf der unplugged Stage wurde es nun Zeit für eine kleine Überraschung: irgendwie wusste niemand, wer als nächstes dort spielen sollte. Wie sich herausstellte, handelte es sich um ein Duo, das den Namen Lisi & Oskar trägt. Oskar begleitete dabei Lisi am Klavier, während sie sang. Mit ihrer bezaubernden Stimme nahm sie das Publikum direkt mit in ihre musikalische Welt, während die beiden zwischen den einzelnen Songs kleine Geschichten zu deren Entstehung erzählten. So wurde es wieder einmal ruhig, aber trotzdem heiter auf der Unplugged Stage, beste Unterhaltung ganz ohne Geschrei und laute Gitarrenriffs.

Auf der Mainstage hingegen wurde nun genau das aufgefahren: Sacrety, Stammgäste auf dem RWL/ MWL, hatten sich fest vorgenommen, das Publikum vom Hocker zu hauen!
Mit neuer Setlist im Gepäck fiel ihnen das beim besten Willen nicht schwer - auch wenn der Text des Openers "Pull Ourselves Together" noch nicht bei allen Zuschauern saß, so wusste die Band doch, wie sie alle zum Springen und Abgehen motivieren konnte. Und die Schlüsselzeilen im Refrain sind auch bei den anderen neuen Liedern "We Are The Ones", zu dem bald ein Musikvideo veröffentlicht werden soll, "Shut Up" und "Give What You Got" schnell verinnerlicht und können mitgesungen werden. Den fünf Schwaben sah man an, dass sie unglaublich viel Spaß auf der Bühne hatten - vor allem die Features von Markus Leinberger (Sänger der Band "Conquest Of Paradise") bei "Hold On Tight" und GWF- Sänger Flo bei "Rise Again" begeisterten Publikum und Band gleichermaßen. Diese neue Show steigert die Vorfreude auf das nächste Album beinahe ins Unermessliche - man darf gespannt sein!

Nach dem kurzen Set von Lisi & Oskar waren auch schon My Glorious an der Reihe. Der Raum vor der Bühne wurde schnell in Beschlag genommen und so füllte sich die Bar mit sitzenden und stehenden Menschen, die sich auf die Alternativ-Rockband freuten, welche die leisen Töne erklingen ließ.
Die Musiker, die im letzten Jahr schon das RWL gerockt haben, überzeugten auch in diesem Jahr wieder und die Stimmung war super. Füße und Köpfe wippten im Takt und nach diesem Auftanken mit ruhigerer Musik ging es auf der Alterna rockig weiter mit Today Forever.

Die Hardcorlegenden aus Kassel zerlegten die Alterna mit ihren Fans. Mit der Mischung Melodie und Aggressivität schaute und hörte man der erfahrenen Band gerne zu. Mit ihren Texten über alltägliche Probleme, sowie gesellschaftlichen und persönlichen Themen fand sich jeder in irgendeinem Song wieder.

Auf der Mainstage wurde es wieder Zeit für Partystimmung: Good Weather Forecast hatten sich fest vorgenommen, dem Publikum zu zeigen, wo der Hammer hängt. Mit Power- Pop/ Party- Rock hatten sie die Masse schon nach den ersten Klängen fest im Griff. Da die Nürnberger auch keine Unbekannten auf dem MWL mehr sind, sangen die Zuschauer textsicher jeden Song mit, tanzten in voller GWF- Manier und brachten die Carl Benz Arena zum Beben. "Club Awakening", "Let It Shine" und "Love Radiator" durften genauso wenig fehlen wie die Charity Single "Play This Forever". GWF legten somit einen Auftritt vom Feinsten hin und brachten die Masse ordentlich ins Schwitzen.

Normalerweise ziemlich laut, an diesem Abend aber ungewohnt ruhig spielten jetzt St. Zion auf der Unplugged Bühne. Das Publikum war gespannt wie die sonst eher harte Band im ruhigen Gewand klingt.
Die Stuttgarter zeigten mit ihren aussagekräftigen Songtexten, dass es egal ist, ob sie hart oder unplugged spielen, denn die Message des Songs ist und blieb die gleiche. Nach den ersten 2 Songs haben sie überzeugt, dass sie auch ruhig können und den ein oder anderen Fan dazugewonnen.

Auf der Alterna wurde es Zeit für die nächste US- Band: Theocracy. Auch sie rockten die Masse mit klassischem Symphonic/ Progressive Metal.
Der Fantreff war rappelvoll, die Stimmung ausgezeichnet. Songs wie "I Am" begeisterten auf Anhieb. Viele, die an diesem Abend die Show der Amerikaner rockten, waren schon 2011 beim RWL und seitdem treue Anhänger der Band. Da verstand es sich von selbst, dass die Fans nicht nur den Auftritt von Theocracy anschauten und dabei abgingen, sondern sich auch gleich noch das erst am Vortag releaste Album zuzulegen.

Auch auf der Mainstage spielte nun ein internationaler und heiß erwarteter Künstler: Manafest! Rap gepaart mit Rockmusik wusste die Massen zu begeistern. Ein guter Mix aus älteren Songs und denen seines aktuellen Albums "Fighter" rissen das Publikum mit und schon nach kürzester Zeit war die gesamte Halle am Springen. Manafest integrierte das Publikum gekonnt und spätestens bei seiner Freestyle- Nummer hatte er alle auf seiner Seite. So schnell wird man ihn beim MWL nicht vergessen - auch sind bereits Wünsche laut geworden, ihn wieder einmal einzuladen. Die Resonanz, die er beim Publikum bekam, schließt einen erneuten Auftritt in den nächsten Jahren definitiv nicht aus!

Auf der Unplugged Stage herrschte nach wie vor ruhige, aber dennoch gute Stimmung. For Me And My Sons hatten die kleine Bühne inzwischen in Beschlag genommen und gaben ihre Songs zum Besten.
Mit ihrem Stil zwischen Akustik-Pop und Singer/Songwriter-Musik zogen sie ihre Zuhörer in den Bann, brachten sie zum nachdenken und lächeln. Hier herrschte eine so ruhige und gesegnete Atmosphäre, dass man gerne mal die lauten Töne laute Töne sein ließ und sich auf Gott besann.

Auf der Alterna begann nun, leider mit einer halben Stunde Verspätung, ein weiterer heiß erwarteter Act: The Ongoing Concept! Die Amerikaner sind seit diesem Jahr bei Solid State Records unter Vertrag und legen seitdem eine steile Karriere hin. Somit freuten sich die zahlreichen Zuschauer umso mehr auf ihren Auftritt - und wurden mit einer der besten Performances des Abends belohnt. Kaum ertönten die ersten Riffs, befand sich Sänger Kyle nicht mehr auf der Bühne, sondern mitten unter den Zuschauern, und das sollte sich durch den gesamten Auftritt ziehen. Die vier jungen Amerikaner waren von der Masse, die sich vor der Bühne versammelt hatte und nun gewaltig abging total begeistert. Die Musik ist sicherlich nicht jedermanns Sache, doch wer auf der Alternastage war, kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Die Performance dieser Jungs war wirklich einmalig! Ein Guitarflip jagte den nächsten, auf Geschrei folgten sanfte Klaviertöne, der Drummer nahm das halbe Schlagzeug auseinander und der monströse Backflip des Sängers von der Bühne herunter haute auch den letzten um. Der Song "Cover Girl" war aus ihrem Set wohl der bekannteste, spätestens zu diesem Zeitpunkt war das gesamte Publikum am mitschreien und abgehen. Die Band wurde zu einer Zugabe genötigt, gern hätte das Publikum auch noch eine gehört, doch leider hörten die Jungs auf mit der Begründung "We don't know any more Songs." Die Crowd hat also alles richtig gemacht (;
The Ongoing Concept treten definitiv aus allen MWL- Bands hervor - vermutlich war auch keine andere Gruppe so dankbar und "geflasht", an diesem Abend spielen zu dürfen. Das merkte man ihnen an und nicht zuletzt deshalb sind sie in Deutschland immer wieder willkommen!

Auf der Mainstage ging es in der Zwischenzeit nicht ganz so laut und "zerstörerisch" zu, denn Jeremy Camp hatte die Bühne in Beschlag genommen. Mit Worship allerbester Klasse ergriff er die volle Carl Benz Arena. Die Texte luden zum Mitsingen ein und boten eine tolle Möglichkeit für Lobpreis aus tiefstem Herzen. Auch dem Protagonisten auf der Bühne sah man an, dass er das, was er singt, ehrlich meint. Umso authentischer wurde sein Auftritt durch die kurze Message, die er dem Publikum mitgab. Sein Aufruf, persönlicher miteinander umzugehen und wirklich ernsthaft auf die Probleme anderer zu schauen war sicherlich einer der anregendsten Denkanstöße dieses Abends. Auch Adam Cappa hatte seinen Auftritt während Jeremy's Show, durfte aber leider aufgrund eines Hängers im Zeitplan nur einen Song spielen. Trotzdem holte auch er die Zuschauer dort ab, wo sie gerade standen und bewegte die Masse. Dieses Konzert bildete definitiv einen Höhepunkt dieses Abends, denn trotz E-Gitarren und lautem Schlagzeug herrschte gewissermaßen andächtige Stimmung - die allerdings keinesfalls gelangweilt war, im Gegenteil! Man kann es eher als eine perfekte Lobpreiszeit bezeichnen, wo Herzen bewegt wurden.

Auf der Unplugged Stage spielte derweil Maskil. Mit ihren deutschen Texten erzählen sie, wie gut und großzügig Gott ist. Und diese Message kam sofort beim Publikum an, das leider kleiner war als bei den Bands auf der Bühne zuvor. Doch sie rockten die Bühne und die wenigen die ihnen zuhörten, konnten einiges aus den Texten mitnehmen.

Schon zum zweiten Mal an diesem Tag machten inzwischen Transform DJ's Stimmung - allerdings jetzt als Abschluss auf der Alternastage. Der Fantreff war auch jetzt noch gut gefüllt, die Show der beiden Amerikaner war etwas ausgiebiger, Klebebandstreifen mit der Aufschrift "Life", also "Lifetapes" wurden wahllos an die Zuschauer verteilt, Wasserbälle und Papierschlangen flogen durch die Luft und es wurde einfach eine riesen Party gefeiert. Die DJ's wissen, was Publikumsnähe bedeutet. Wer an diesem Tag genug gerockt hatte, konnte jetzt einfach mal "dancen" - schließlich gehört auch das dazu. Mit elektronischen Klängen und wummernden Bässen fand so der Tag auf der Alterna ein Ende - und es darf sich keiner beschweren, dass dort keine Stimmung geherrscht hätte! Durchgängig bestens besucht und für Freunde der härteren Musik perfekt geeignet wollen wir diesen Part beim MWL auch in Zukunft nicht missen.

Auf der Unplugged Stage war es nun mit My Little Rockstar Dream Zeit für den letzten Act auf der kleinsten Bühne. Die Jungs, die sonst rockend laut auf der großen Bühne stehen, zeigten sich hier von einer anderen Seite. Etliche eigene Songs umarrangiert kombiniert mit bekannten Worshipliedern ließen die Stimmung noch einmal andächtig und persönlich werden. Es war eine tolle Zeit auf der Akustikbühne, die man mit den vier Stuttgartern erleben konnte. So lernte man sie hier noch einmal auf andere Art und Weise kennen, als sonst.
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Nach diesem letzten Auftritt auf der Unplugged Stage konnte jeder Zuschauer den Raum mit einem zufriedenen Lächeln verlassen, denn es war einfach schön. Die Stimmung, die durchgängig auf dieser Bühne herrschte, lässt sich eigentlich nicht in Worten beschreiben. Berührend, andächtig, fröhlich, ergreifend,... man könnte unendlich viele Adjektive finden. Die Künstler, die hier akustisch gespielt haben, konnten jeden Zuschauer direkt abholen, und das macht auch die Unplugged Stage Jahr für Jahr zu etwas ganz besonderem.

Auf der Mainstage ging es inzwischen noch einmal alles andere als leise zu. Der Headliner der Abends, The Letter Black, waren extra nur fürs MWL nach Deutschland gekommen und hatten den festen Plan, die Arena in Grund und Boden zu rocken - was ihnen definitiv gelang. Die Songs des frisch releasten Albums "Rebuild" gingen ebenso gut los wie die älteren Lieder von "Hanging on By a Thread" wie "Fire With Fire" oder "Best Of Me". Frontfrau Sarah konnte mit ihrer unglaublichen stimmlichen Bandbreite begeistern und hat jene, die The Letter Black (aus welchen Gründen auch immer) noch nicht kannten, 100%ig überzeugt. Die Show der Amerikaner riss restlos jeden mit und sorgte dafür, dass sich alle noch einmal restlos auspowerten.

Mit dieser atemberaubenden Show endete das MWL 2013. Mit erstklassigen Bands konnte das Event auch dieses Jahr wieder glänzen - allerdings reißt ein gutes Line Up auch ein großes Loch in die Kassen. Wer dem MWL helfen möchte, kann sich hier über die unterschiedlichen Möglichkeiten der Unterstützung informieren. In welcher Form auch immer diese ausfällt, Veranstalter, Bands und Besucher werden es den Gebern danken!
Ein Dankeschön von unserer Seite geht jedenfalls an die Veranstalter, das Catering und die Bands für diesen unvergesslichen Abend. Jeder Besucher kann sicherlich bestätigen, dass die Stimmung wieder einmal einmalig war.
Übrigens, Tierschützer brauchen sich keine Gedanken machen - natürlich waren die BRF- Gorillas nur verkleidete Freiwillige und keine entführten Tiere aus dem Stuttgarter Zoo (;
Wir freuen uns in diesem Sinne auf weitere Ausgaben des MWL/ RWL und können es schon jetzt kaum erwarten, wieder dabei zu sein!

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